Breit aufgestellt

Rechtsextremismus, Neonazismus, Faschismus, Rechtspopulismus – oder einfach nur „rechts“: viele Begriffe beschreiben ein Konglomerat von Ideologien (Führerprinzip, Gewaltakzeptanz, Volksgemeinschaftsideal, Sündenbockprinzip, Chauvinismus, Rassismus), die den gegenwärtigen Zeitgeist so prägen und die Köpfe vieler ÖsterreicherInnen so beherrschen wie schon lange nicht mehr. Proteste gegen die blaue Kornblume an den Revers der FPÖ-Nationalratsabgeordneten verklingen weitgehend ungehört. Man muss direkt dankbar sein, finden derlei Skandale noch den Weg in die Medien.
Umso erstaunlicher erscheint die Resonanz auf die Gründung der Plattform gegen Rechts Salzburg auf Initiative der ÖH Salzburg – die UnterstützerInnen reichen mittlerweile von den Kinderfreunden über die JULIs bis hin zu GPA und Landjugend. Jenen, die den Widerstand gegen rechtsextremes und völkisch-nationales Gedankengut immer nur „links“ (meist nicht näher definiert, bisweilen hämisch ergänzt durch das an sich ja eigentlich durchaus als Kompliment aufzufassende Wort „Gutmensch“) verorteten, ist mit diesem breiten Bündnis schon einmal der Wind aus den Segeln genommen.
Diese Plattform bestärkt jene in ihrer Arbeit, die die Aufklärung über die rechtsextremen Szenen zu ihrer Aufgabe erklären und schon Jahre, wenn nicht Jahrzehnte vor einer Renaissance dieser Ideologie warnen. Es zeigt, dass es in diesem zivilgesellschaftlichen Engagement nicht um parteipolitisches „Lagerdenken“ geht, sondern darum, zu Stolpersteinbeschmierungen und offenen Drohungen gegen Andersdenkende einfach NEIN zu sagen und klare Grenzen aufzuzeigen.

Und sonst so?

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