Gutmensch oder Arschloch? Oder beides?

Ein Freund postet auf Facebook „By the Way hab ich mir heute so gedacht, dass ich lieber ein Gutmensch bin, als ein Arschloch…“ Der erste Gedanke war: eh klar! Wer will schon ein Arschloch sein? Doch in weiterer Folge war meine Schlussfolgerung: man kann Ersteres nicht sein, ohne als Zweiteres angesehen zu werden.
Der Begriff „Gutmensch“ wird meist in abwertender und verächtlicher Weise verwendet – von jenen, die mit einer zutiefst menschlichen Haltung und der Vertretung selbiger nur wenig anfangen können. Als „Gutmensch“ werden all jene bezeichnet, die der Gesellschaft den Spiegel vorhalten, Missstände aufzeigen und Grund- sowie Menschenrechte – egal um welche im Konsens der Mehrheitsgesellschaft verachtete Gruppe es geht – einmahnen. „Gutmenschen“ sind unbequem. Sie sind der Reflexion fähig und leben nach Prinzipien, die von der dumpfen Mehrheit weder verstanden noch anerkannt werden. „Gutmenschen“ zweifeln an der Macht des Geldes und an der Vormachtstellung jener, die Macht aufgrund ihres Geldes einfordern. „Gutmenschen“ setzen sich für jene ein, die sich einen feuchten Kehricht um derartige Diskussionen scheren, weil sie damit beschäftigt sind, zu überleben.
„Gutmensch“ sein zu können macht es notwendig, sich als „Arschloch“ titulieren zu lassen. Jenen, die denken, man sei Zweiteres aufgrund des Ersteren, kann ich nur entgegnen: überlegt euch, was ihr sein wollt…

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