Tagung „Betteln. Eine Herausforderung“

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© Foto: Joachim Bergauer

Betteln. Eine Herausforderung.
Tagung 12.-14. Mai 2014
St. Virgil Salzburg

Betteln als soziales Phänomen polarisiert – im internationalen Kontext genauso wie innerhalb einer Kommune. Zusätzlich verursacht es aber auch innere Konflikte und ambivalente Gefühle bei jeder und jedem Einzelnen. Bettelnde zeigen die Ungleichheiten unserer Gesellschaft in einer Deutlichkeit auf, der wir uns nicht entziehen aber auch nicht jederzeit offen stellen können oder wollen. Manchmal stören wir uns an dem ungnädigen Bild, das BettlerInnen uns auf der Straße zeigen, gelegentlich ärgern wir uns, fühlen uns verunsichert oder sind beschämt. Die teilweise stark polarisierende öffentliche Diskussion über diese Problematik offenbart die Notwendigkeit, sich tiefer und ganzheitlicher damit auseinander zu setzen.

Mit der Tagung „Betteln. Eine Herausforderung“ wollen wir einen Bogen über die vielen Ebenen dieses Phänomens spannen. Für die Frage der gesellschaftlichen Herausforderung bedeutet dies die Notwendigkeit einer gemeinsamen und interdisziplinären Auseinandersetzung aller beteiligter AkteurInnen. Von Kaufleuten, SozialarbeiterInnen, PolizistInnen, PolitikerInnen bis zu Personen aus unterschiedlichen NGOs sind deshalb alle herzlich eingeladen, die sich in irgendeiner Form mit dem Thema Betteln konfrontiert sehen. Die Einladung richtet sich auch an jene, die sich aus privater Motivation mit dieser Problematik auseinandersetzen möchten.

Nach einem literarisch-philosophischen Auftakt über die Frage, wovon wir eigentlich sprechen, wenn wir „Betteln“ meinen, bieten ExpertInnen eingangs einen Überblick, der Klarheit darüber bringen soll, was hinter dem Begriff der „Bettel(trans)migration“ steckt und mit welchen Bedingungen und Situationen BettelmigrantInnen vor Ort konfrontiert sind.
Die Brisanz in der öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Thema spiegeln die konfrontativen Diskurs-Panels in der Tagung wider. Hier ist Platz für Diskussion über ethische Grundfragen, wie beispielsweise Grundrechte versus Verbot bzw. Freiwilligkeit oder Zwang. In Erzählcafés erhalten dann die einen Raum, über die wir eigentlich reden: die BettlerInnen.
In einer Methode aus der interaktiven Konflikttransformation werden auch die persönlichen Bedürfnisse und Dilemmata, die sich bei diesem sozialen Phänomen auftun, ergründet.

Dieses interdisziplinäre Treffen mit nationalen und internationalen Initiativen bietet die seltene Möglichkeit, sich innerhalb der eigenen Berufssparte über bemerkenswerte Praxisbeispiele und neue Ideen auszutauschen. Nach Themen- bzw. Arbeitsbereichen geordnete Gesprächsgruppen schaffen hierzu Gelegenheit.

Ein Abschluss-Plenum bietet die Möglichkeit, kommunale EntscheidungsträgerInnen mit den Inputs von ExpertInnen, mit Ideen aus der Praxis, mit Erkenntnissen aus Diskussionen mit KollegInnen oder Personen aus unterschiedlichen Zugängen zu konfrontieren.
Für diejenigen, die an einer weiterführenden Arbeit an den Tagungsergebnissen interessiert sind, gibt es die Option, an der praktischen Umsetzung weiter zu feilen. In einem begleiteten Folgeseminar (12. Juni 2014) werden in interdisziplinärer Zusammenarbeit Nägel mit Köpfen gemacht.
Komplettes Tagungsprogramm

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