Überforderung

Gender-Debatte, Budgetstreitigkeiten, Postenumbesetzung, IS-Kämpfer, Syrien, Nahostkonflikt, soziale Ungleichheit, Armut, Bankenaffären, Korruption, Politaffären: die Liste der derzeitigen Diskurse ist endlos lang. Otto-NormalverbraucherIn kommt mit dem Schlagzeilen-Lesen fast nicht mehr nach. Die Möglichkeiten, sich aufzuregen, erscheinen schier endlos. Wir alle sind überfordert. Wer engagiert gegen Ungerechtigkeiten antreten will, muss eine Auswahl treffen. Wir sind in der Post-Postmoderne angekommen. Globalisierung ist allgegenwärtig. Egal, ob wir unsere Laufschuhe oder das hippe Smartphone am anderen Ende der Welt bestellen, weil der Preis unschlagbar ist oder uns Sorgen darüber machen, wann Konflikte wie etwa in der Ukraine  vor unserer Haustür landen. Die Welt ist klein geworden. Und sie wird zusehends kleiner. Kommunal- und Weltpolitik verschmelzen. An den Stammtischen wird ebenso über den Nahostkonflikt debattiert wie über die Frage, wer wem die Arbeitsplätze streitig macht.
Es wird zunehmend schwieriger, zwischen „gut“ und „böse“ zu unterscheiden. Während Männer, Frauen und Kinder weltweit in Macht- und Gebietskämpfen im Sinne politischer Ideologie bewusst geopfert werden, wird andernorts an der Erhaltung von Privilegien herumgedoktert – in dem Wissen, dass uns das globale Geschehen einholen wird.
Arbeitslosigkeit, Unzufriedenheit, gläserne Decke, Ökologie, Gleichberechtigung, Bildungsdefizite – ideologische Gräben werden gehegt und gepflegt. Nach wie vor scheut man das politische Farbenspiel nicht. Das Hemd ist jedem von uns näher als der Rock. Verständlicherweise. Denn jede/r ist sich selbst der nächste. Die uns umgebende Armut versuchen wir kosmetisch zu bekämpfen. In dem Wissen, dass sie sich nicht aufhalten lässt: die Ungleichheit und die Tatsache, dass wir unseren Wohlstand deswegen leben können, weil andere auf ganzer Linie verlieren. Die VerliererInnen werden zusehends mehr, die GewinnerInnen immer weniger. Das Problem für die GewinnerInnen ist der Tag, an dem die VerliererInnen erkennen, dass sie verloren haben.

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Ein Kommentar zu „Überforderung

  1. Auf den ersten Blick sieht dies sehr komplex aus, aber in der geschichtlichen Betrachtung lassen sich viele Details unter weniger Punkte zusammenfassen. Lobbying & Koruption und Medienmacht würde ich als bedeutenste einschätzen. Gerade die Wenden in der Wirtschaftspoltik in den 30er und 70er sindf aufschlussreich.
    Das Geschehen im Ausland zu betrachten ist doch sinnlos. Und die restlichen Themen sind dann wieder recht übersichtlich.

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