Ich bin so vieles leid!

Ich bin es leid, Diskussionen über Menschenrechte zu führen.
Ich bin es leid, über Dinge, die in einem wohlhabenden Sozialstaat eine Selbstverständlichkeit sein sollten, zu streiten.
Ich bin es leid, dass Mitgefühl und Empathie zugunsten von Stammtischmeinungen geopfert werden.
Ich bin es leid, Feuerwehr zu spielen.
Ich bin es leid, in Diskussionen jedes Mal wieder von Null zu beginnen.
Ich bin es leid, schief angesehen zu werden, wenn ich für mich die Entscheidung treffe, zwei BettlerInnen hintereinander ein paar Cent in den Becher zu werfen.
Ich bin es leid, dass die Neidgesellschaft selbst vor der Beschimpfung der Ärmsten nicht Halt macht.
Ich bin es leid, wenn es Aufschreie über Shitstorms gibt, die Prominente betreffen und zugleich gegen Arme gehetzt wird, die sich am allerwenigsten wehren können und das Schweigen darüber ohrenbetäubend ist.
Ich bin es leid, dass Armut versteckt werden soll, während die Zurstaustellung von Reichtum geradezu erstrebenswert ist.
Ich bin es leid, dass wir unsere Geschichte und damit auch Verantwortung scheinbar vergessen haben.
Ich bin es leid, dass Grundbedürfnisse, ihre Einforderung und Erfüllung nur für jene gelten sollen, die am Lautesten schreien können.
Ich bin es leid, dass viele derjenigen, deren Stimme etwas zählt, diese Stimme nicht einsetzen.
Ich bin so vieles leid!

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