Der Schatten eines Zweifels

Ein Anschlag nach dem nächsten, unzählige Tote – die Nachrichten über Hassverbrechen überschlagen sich. Ebenso die Kommentare, die „Wir haben’s ja schon immer gewusst, dass der Islam böse ist“-Statements, die Kritik an „den“ MuslimInnen, sie würden sich nicht ausreichend distanzieren sowie Vorwürfe, man habe die Bedrohung durch extremistisch-islamistische Strömungen in der Vergangenheit nicht ernst genommen. Gleichsam gibt es viele Menschen, die es sich nicht gefallen lassen, dass hier versucht wird, einen Keil in Gesellschaften auf der ganzen Welt zu treiben.
Für mich bleibt aber trotz aller Gedenk- und Solidaritätsbekundungen irgendwie ein unangenehmer Beigeschmack, ein formloser Schatten eines Zweifels zurück, ob die Solidarität auch wirklich hält. Grund dafür ist, dass es nicht wenige Stimmen von aufgeklärten und – so war meine Annahme – toleranten Menschen mittlerweile ebenso in eine „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“-Leier einstimmen. Und ich habe so das eigenartige Gefühl, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis ein nennenswerter Streit darüber losbricht (leichte Anklänge gibt es ja schon), wer denn nun „mehr“ oder „weniger“ Opfer sein darf und ob nicht der eine oder andere ein klitzekleines bisschen selber dran schuld ist.
Vergessen wir nicht: genau das führt dazu, dass sich religiöse und politische Fanatiker und die Rechtsaußen-PolitikerInnen die Händchen reiben, weil sie die Köpfe, die sich ihnen zuwenden, nicht mehr zu zählen vermögen.
Ich für mich bin definitiv nicht bereit, mir meine Reflexionsfähigkeit und meine hart erkämpfte und stets überlegte Haltung wegnehmen zu lassen. Wer mich als weltfremdes Träumerlein und linkslinken Gutmenschen bezeichnen möchte, soll das ruhig tun. Ich komm damit zurecht. Mir sind überlegtes Handeln, Dialog und eine menschliche Grundhaltung, die abseits vom Schwarz-Weiß-Denken stehen, zu wichtig, um sie leichtfertig herzugeben.

Und sonst so?

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