verkündet die schwarzblaue Bundesregierung, Asylwerber*innen eine weitere Möglichkeit auf ein möglichst normales Leben zu nehmen. Einfach so. Mit einem Lächeln im Gesicht. In Ungarn lässt man Schutzsuchende hungern. Um es ihnen so richtig zu zeigen, dass für sie kein Platz in Europa ist. Um ihnen eins reinzuwürgen. Wo kommen wir denn da hin, wenn die auch noch etwas zu Essen bekommen?  Österreich hat sich in kürzester Zeit in etwas verändert, das es eigentlich immer schon war. Der Wunsch nach Autoritärem war in Österreich nie weg. Er hat sich lediglich unter dem Teppich versteckt, unter den er gekehrt wurde, als es gerade politisch in den Kram passt. „Das wird man wohl noch sagen dürfen“ ist Common Sense. Das Schweigen der Mitte und ihre gleichzeitige Relativierung von Hass und Ausgrenzung zu „es ist doch nur Besorgnis, die man ernst nehmen muss“, dieses ohrenbetäubende Kleinreden von Ungeheuerlichem ist das, was verzweifeln lässt. Und gerne als Vernunft gepriesen wird.  Die Verzweiflung ob dieser sichtbaren Ungehörigkeit, die ständig unter dem Mantel der vorgeschobenen Vernunft gepriesen wird als politisch notwendig, ist groß bei mir. Weil ich keine auch noch so „vernünftige“ Strategie darin erkennen kann, Menschen sterben zu lassen. Menschen einfach zu vergessen. Es gibt zwei Tode. Den physischen. Und das Vergessenwerden. An beidem machen wir uns mitschuldig.

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