#frf supports: Ein offener Brief aus dem Mondseeland

Jüngst erreichte mich die Nachricht einer lieben Facebook-Freundin mit der Bitte um Unterstützung. Uns allen ist nicht entgangen, dass verstärkt Menschen abgeschoben werden, die sich mitten in der Lehre befinden und in Österreich ein zweites Zuhause gefunden haben. Beinahe täglich hört und liest man davon. Eine Gruppe engagierter Menschen aus meinem Heimatbundesland hat sich zusammengetan und richtet sich in einem Brief an die Öffentlichkeit. Auf die Frage hin, ob ich ihr Anliegen unterstütze, sagte ich zu. Teilt und schreit und seid empört! Eure Friederike


An den Innenminister,
die zuständigen BeamtInnen,
die OÖ Landesregierung
und die Bürgermeister der Gemeinden Mondseeland!

Wir, die Unterzeichnenden aus dem Mondseeland verfolgen die Entwicklungen der letzten Monate im Bereich Asylwesen, aber auch im Bereich Arbeitsmarktpolitik mit großer Aufmerksamkeit bzw. erleben im Kontakt mit betroffenen Asylwerbern besorgniserregende Veränderungen.

Betroffenheit

Wir sind betroffen über die massiv angestiegene Ablehnung der Asylanträge von Afghanen auf nahezu 100% der im Mondseeland Betreuten seit Herbst 2017! Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich nach übereinstimmenden Berichten der UNHCR, der Afghanischen Botschafterin in Wien, des EU-Parlaments im Jahr 2017 deutlich verschlechtert. Beinahe
täglich wird von schweren Anschlägen auch in Kabul berichtet, welches in immer mehr Bescheiden als sicher definiert wird. Haarsträubende Begründungen wie z.B., dass jemand, der sich sehr gut integriert hat intelligent genug sei, sich auch in Afghanistan wieder zu integrieren, erhärten den Verdacht, dass die Asylanträge nicht mehr nach Kriterien des Völkerrechts behandelt werden, sondern nach Weisung von vorgesetzten Stellen! (Ein Rücknahmeabkommen steht keineswegs über dem Völkerrecht.) Das würde die Autorität des Österreichischen Rechtsstaates unterwandern und auf diese Weise Willkür statt
Sicherheit fördern!

Negativbescheide

Die Negativbescheide, teils sogar Abschiebungen, von Menschen, von denen auch unsere Wirtschaft, insbesondere im Bereich der Lehrlingsmangelstellen und Saisonstellen profitiert, nehmen zu. Das oberösterreichische Erfolgsmodell „Lehre für Asylwerbende“ zur Integration sehen wir auch bei uns im Mondseeland in Gefahr! Menschen direkt vom Lehrplatz in die Schubhaft zu bringen – das versteht niemand. Wir halten es für volkswirtschaftlichen Unsinn, Menschen, in die Österreich schon durch Grundversorgung, Betreuung, Deutschunterricht und Berufsausbildung Geld und Energie investiert hat, abzuschieben und gleichzeitig neue über Mangelberufslisten hereinzuholen, wo wieder mit Integrationsmaßnahmen begonnen werden muss. Wir ersuchen Sie, sehr geehrte Mitglieder der Landesregierung, sehr geehrte Bürgermeister, alles Ihnen Mögliche zu tun, die Rechtsstaatlichkeit Österreichs hoch zu halten, indem Sie auf die Einhaltung der Genfer Konventionen bei Asylbescheiden bzw. geplanten Rückführungen drängen! Unsere Besorgnis wollen wir mitteilen.

Wir, das sind aktive Personen zum Wohl und zur Integration von Asylsuchenden, Wirtschaftstreibende und politische Mandatare aus dem Mondseeland:

Helga Gumplmaier
Peter Schwarz
Norbert Franzl
Ulrich Treipl
Ute Gottschlich

Wer sich in die UnterzeichnerInnen einreihen will oder Rückfragen hat – bitte direkt wenden an:
Ute Gottschlich
gottschlich@zell-net.at
Kontakt via Facebook 

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