Daniela Brodesser ist Autorin, Vortragende an der FH St. Pölten und Pionierin. Pionierin im „über Armut reden“. Seit längerem schreibt sie auf der Social-Media-Plattform Twitter über Armutserfahrungen und Beschämung. Sie ist widerständig und gibt Armut eine Stimme.

Wir lernten uns eben dort – bei Twitter – kennen. Die ersten Telefonate folgten. Und eines Abends verabredeten wir uns für eine Veranstaltung. Es war eine Lesung von Hanna Herbst. Es war der Abend, an dem ein unerschütterliches Band geknüpft wurde. Eine Freundschaft, die getragen wird von Vertrauen und gegenseitiger Unterstützung. Am Abend, an dem das berüchtigte „Ibiza-Video“ die schwarzblaue Bundesregierung stürzen ließ war der erste Abend, saßen wir rein zufällig beisammen. Und wir beschlossen, dass künftig alle gemeinsamen Abende so richtig einschlagen sollten. Auch wenn wir unsere Rolle an Ibiza jetzt auch nicht überbewerten wollen 😉

Schon vor einigen Monaten sprachen wir darüber, ein gemeinsames Projekt zu starten. Etwas, das Wirkung nach außen hat. Etwas, das aufrütteln soll. Wie das Ibiza-Video, nur viel besser (und ohne Korruptionsskandal).

Die ständigen Beschämungen von Armutsbetroffenen, von Erwerbsarbeitslosen, von Mehrfachdiskriminierten und Marginalisierten durch politische Akteur_innen, im Netz, im Alltag bewogen uns dazu, öffentlich zu machen, was hier passiert. Es braucht eine Gegenöffentlichkeit, die tiefer reicht als Mitleidsbekundungen. Wir reden über Ungleichheit, über alltägliche Erfahrungen von Armutsbetroffenen und wollen mit Marginalisierung und Vorurteilen aufräumen. Und zwar in Form eines gemeinsamen Podcasts, wo Betroffene zu Wort kommen und aktuelle Debatten thematisiert werden.

Wir wählten „Bitte stören!“ als Titel. Ganz bewusst: Denn Armut stört das Bild einer Leistungsgesellschaft, die so tut, als würden Armut und Beschämung nicht existieren. Die so tut, als gäbe es keine Ungleichheit bei Vermögen und politischer Beteiligung. Wir wollen jene stören, die sich’s in ihren Privilegien gemütlich gemacht haben.

Wenn ihr Interesse daran habt, als Gast in die Sendung zu kommen, uns unterstützen wollt oder Fragen zum Projekt habt – dann schreibt uns an BitteStoerenPodcast@gmail.com.

Unser Podcast entsteht in unserer Freizeit, ohne kommerzielle Interessen. Dennoch entstehen Kosten. Neben Technik wie Mikros und Software entstehen auch Kosten für die Verbreitung und die Bereitstellung auf unterschiedlichen Plattformen. Zusätzlich wollen wir Armutsbetroffene und Expert_innen in die Sendung einladen und deren Unkosten decken. Alles an Einnahmen, das über diese Kosten hinausgeht, wird direkt an Armutsbetroffene weitergegeben. Wer uns also unterstützen möchte, kann das über die Plattform Patreon tun.

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